10.12.2019

Persönlichkeitstafel für Galka Scheyer

(geb. 15.04.1889 in Braunschweig, gest. 13.12.1945 in Hollywood)

Manches ist überfällig und gut, dass es realisiert wird - so auch die Persönlichkeitstafel für Galka Scheyer, die mit Vornamen eigentlich Emilie Esther hieß.

Die Tafel wurde Ende November in der Okerstraße 10 feierlich enthüllt; dort wo Galka Scheyer u. a. in Braunschweig gewohnt hatte.

Die Malerin, Kunsthändlerin und -sammlerin stammte aus einer Braunschweiger Unternehmerfamilie, der die seinerzeit größte Konservenfabrik der Stadt gehörte.

Für ein jüdisches Mädchen aus gutbürgerlichem Haus ist ihre Biographie sehr ungewöhnlich: 1905 verließ Scheyer Braunschweig, um in England, Frankreich, Belgien und in der Schweiz Malerei und Bildhauerei und Musik zu studieren. Ihr Weg führte sie bis in die USA, wo sie seit 1924 lebte. Allgemeine Bekanntschaft erlangte sie durch die „Blaue Vier“, die sie gemeinsam mit vier anerkannten Künstlern des Weimarer Bauhauses gründete: Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Alexej von Jawlensky.

Mit der Gründung der Künstlergruppe wurde sie zur offiziellen Kunsthändlerin. Sie organisierte zahlreiche Ausstellungen, unternahm Reisen durch Europa, die USA und Asien. Scheyer emigrierte in die USA, wo sie zunächst an wechselnden Orten lebte und sich ein breites Netzwerk an Künstlern, Architekten und vor allem Kunstsammlern aufbaute. Nur zweimal reiste sie noch nach Europa, zuletzt 1932/33. Hitlers Machtergreifung erlebte sie bei ihrem Besuch in Deutschland und kehrte Ende Mai wieder in die USA zurück. Im August 1933 erwarb sie schließlich bei Hollywood ein Grundstück, auf dem sie ihr Wohnhaus mit einer Galerie errichten ließ.

Ab Mitte der 1930er Jahre verschlechterte sich Scheyers Situation, da ihre Brüder nicht mehr in der Lage waren, sie finanziell zu unterstützen. Zum 30. Juni 1938 mussten sie ihre Firma weit unter Preis an die Konservenfabrik Meinecke verkaufen, wurden nach der Reichsprogromnacht am Morgen des 10. November 1938 verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht und vor ihrer Ausreise im Jahr 1939 in die USA bzw. Großbritannien von den Nationalsozialisten zwangsenteignet. Es war geplant, die Mutter ins Ausland nachzuholen, was nicht gelang. 1942 beging sie Selbstmord, wissend um ihre bevorstehende Deportation in ein Konzentrationslager.

Drei Jahre später starb Galka Scheyer mit 56 Jahren an Krebs.

Quellen: Wikipedia, www.magazin.tu-braunschweig.de  

Lesen Sie hierzu auch die Ansprache von Gilbert Holzgang.

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